Die beliebte Whatsapp-Anwendung ändert wiederholt deren Datenschutz und kooperiert jetzt noch stärker mit Facebook. Was das für den Datenschutz heißt und wie Du Signal, eine Alternative zu Whatsapp, installieren kannst, finddest Du hier!

Was bisher geschah

Whatsapp wurde 2009 auf den Markt gebracht und ist seit 2014 Teil von Facebook, welches wiederum zur Google-Gruppe gehört. Weithin bekannt ist, dass Google viele Nutzerdaten analysiert und dazu verwendet, gezielt Werbung zu schalten und damit weite Teile des Datenschutzes, genauer der europäischen Datenschutzverordnung, kurz EUDSGVO, zu umgehen.

Whatsapp war immer wieder im Fokus der Datenschützer, beispielsweise da die Adressbücher der Whatsapp-Benutzer mit anderen Anwendern abgeglichen wurden. Datenschutztechnisch stellt dies einen Verstoß gegen die EUDSGVO dar, in Deutschland kann man inzwischen bereits angezeigt werden (vgl. Entscheidung des Amtsgerichts Bad Hersfeld vom März 2017), wenn jemand explizit seine Kontakte nicht veröffentlichen wollte.

Auch ich als Unternehmer musste 2014 mich von Whatsapp verabschieden, da ich in einem Bereich arbeite, wo ich viele Kundendaten auf meinem Mobilgerät liegen habe und diese ansonsten veröffentlicht worden wären.

 

Whatsapp-Logo 2021

Welche Sicherheitsfunktionen bietet Whatsapp?

Whatsapp arbeitet mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, das heißt Nachrichten werden auf dem Ausgangsgerät verschlüsselt, zum Whatsapp-Server geschickt und dort entschlüsselt. Es liegt allerdings keine direkte Verschlüsselung der Daten auf dem Server von Whatsapp vor. Wird die Nachricht zugestellt, verschlüsselt der Server die Nachricht, sendet diese an das Endgerät des Empfängers und dort wird die Nachricht entschlüsselt.

Sämtliche Korrespondenzen und Nachrichten werden allerdings wie bereits erwähnt unverschlüsselt auf dem Server abgelegt. Mitarbeiter und Dritte können sich daher mehr oder weniger an den Daten bedienen.

 

 

Signal-Logo 2021

Gibt es eine Alternative?

Ja, es gibt eine Alternative, besser gesagt mehrere davon! Ich persönlich habe mir einige Messager angesehen und bin zum Schluss gekommen, dass man aktuell mit “Signal” nicht viel falsch machen kann.

Signal existiert seit 2013 wird zuerst auf einem Smartphone, sprich einem mobilen Endgerät, eingerichtet. Danach kann man die Signal-Software allerdings neben Android- und Apple-Smartphones auch auf Computer mit Windows, Apple MacOS und Linux installieren und auf das Konto zugreifen. Man ist also nicht mehr auf das Mobilgerät gezwungen.

Computer können das Programm über https://signal.org/de/ herunterladen, Android- und MacOS-Smartphones können dafür auf den jeweiligen Store zurückgreifen. Während der Installation wirst Du aufgefordert, einen PIN (eine Zahl mit mindestens vier Stellen) einzugeben. Wichtig ist dabei, dass Du Dir diesen Code merkst.

 

 

Wie sicher ist Signal?

Neben der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werden die gesendeten Gesprächsinformationen in einem verschlüsselten Container pro Benutzer abgelegt, was das Auslesen durch Mitarbeiter von Signal technisch (nahezu) unmöglich macht. Außerdem existiert keine Werbung, kein Tracking und kein Affiliate-Marketing auf dieser Plattform.

Allerdings ist ein Gerätediebstahl ein Problem (wie auch bei Whatsapp): Die empfangenen Daten liegen mehr oder weniger offen auf dem Empfangsgerät und kann mit Software von Drittanbietern ausgelesen werden.

Signal ist zum aktuellen Zeitpunkt absolut EUDSGVO-konform. Näheres dazu findest Du in der Datenschutz-Information von Signal.

 

 

Signal: Kosten und Finanzierung

Die Messager-Software Signal ist kostenfrei erhältlich und der Nutzungsdienst wird von der Nonprofit-Unternehmung “a 501c3” ebenfalls kostenfrei bereitgestellt. Es finanziert sich über freiwillige Spenden. Ich kann an dieser Stelle nur darüber spekulieren, ob der Dienst eines Tages kostenpflichtig werden wird, da die Verwaltungsserver auch Kosten erzeugen und diese der Inhaber tragen muss.

 

 

Zusammenfassung

Unter dem Schnitt kann man mit Signal ebenfalls alles machen, was man mit Whatsapp auch machen konnte. Allerdings wird der Datenschutz aktiv unterstützt. Die End-to-End- und Serververschlüsselung sorgen dafür, dass alles sicher ist. Wenigstens soweit sicher es im Internet sein kann.

Da ich Whatsapp wegen des mangelnden Datenschutzes nicht verwenden durfte, arbeite ich seit einigen Tagen mit Signal. Ich kann es nur empfehlen!

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