Kann man den Russen noch trauen?

von Michael Ebenhofer | gelesen von Michael Ebenhofer

Einleitung

Nach einigen Monaten biete ich mal wieder einen neuen Beitrag an. Nach Russlands Angriffskrieg in der Ukraine häufen sich Anfragen, ob denn der Virschutz des russischen Studios „Kaspersky“ weiterhin sicher sei. Nähere Informationen zu diesem Thema – oder besser: meine persönliche Meinung – findest Du in diesem Beitrag.

Allgemeines Vorwort

Mein aktueller Beitrag mag eher wie ein Podcast wirken, da ich zuerst den zu hörenden Text gesprochen habe und diesen dann in Textform übertragen ließ. Daher bitte nicht überrascht sein, wenn die eine oder andere Textpassage eventuell nicht exakt dem geschriebenen Text entspricht! 🙂

Zukünftig werde ich meine Beiträge weniger über meinen Facebook- oder META-Account veröffentlichen, sondern über meinen Twitter-Account @rayvor80.

Die Information die ich in diesem Beitrag anbiete basieren lediglich auf meinen Branchenkenntnissen und meiner persönlichen Meinung. Ich möchte weder eine Firma noch private Ideen verletzen noch umgehen. Falls es dennoch zu Streitfragen kommen sollte – und Du Dich angesprochen fühlst – sende mir bitte eine E-Mail an shop@computersystems4u.net. Ich werde dann entsprechende (ggf. haltlos?) innerhalb einer sinnvollen Zeitspanne entfernen, abschwächen oder ändern.

Kann man Russen trauen?

Virenschutz-Programme gibt es von verschiedensten Herstellern: Avast, AVG, McAfee, Kaspersky. Sobald ich ein Virenschutzprogramm eines Herstellers installiere und diesem Programm erlaube, mein System zu überwachen, hat (und muss) automatisch dieser Hersteller über meine Tätigkeiten informiert sein. Wenigstens das lokal installierte Programm, aber das wäre der Tempus eines anderen Themas.

Meine Vorüberlegung ist also: eine Firma, die im großflächigen Bereich des Virenschutzes wie Kaspersky oder AVG tätig ist, muss zwingend – um kostentechnisch übereleben zu können – auf internationales Publikum (oder Kunden) zurückgreifen.

Wenn ich als Österreicher „nur“ etwa neun Miollionen Bewohner zur Verfügung habe und ein eventuell ein „gutes“ AntiViren-Produkt nur hier in Österreich anbieten könnte, würde mir vom Gewinn-Kuchen nur ein verschwindend geringer Anteil zukommen. Es gibt Konkurrenten, die Kunden abstauben, viele lesen meine Berichte nicht, die fallen auch durch den Rost. Wenn ich also ein Ein-Jahres-Abo für meinen (erfundenen) Virenschutz für 20 Euro pro Jahr anbiete, könnte ich meine Angestellten, das heißt Entwickler und benötigte Analysten nicht mehr bezahlen. Daher geht man in der Regel im Softwarebereich zusätzlich ins Ausland und man sponsort Anbieter wie ASUS, Acer, HP und andere, dass meine Software ein Monat kostenlos auf deren Geräten vorinstalliert wird und danach kostenpflichtig wird. In der Hoffnung, dass der Käufer dann auch bei meinem gesponsorten Produkt bleibt.

Soweit so sinnvoll, würde ich sagen.

Firmen wie AVG, Kaspersky, McAfee oder Avast machen das genau so. Sie versuchen Produkte auf den Markt zu bringen und gut zu vermarkten, das ist der Sinn einer Marktwirtschaft. Denn auch ein US-Unternehmen kann nur von den Einnahmen des jeweiligen Bundesstaats in den Staaten selber nicht deren Gehälter und alle laufenden Ausgaben direkt so einfach zahlen.

Ergo: Software-Anbieter bieten in der Regel deren Programme immer grenzübergreifend an, um mehr Einkommen zu generieren und damit Gehälter und laufende Kosten zu bezahlen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Programmierarbeit echt besch$$$en entlohnt wird, also für die Arbeit.

Dieser Beitrag ist rein subjetiv meinerseits, Kommentare in diesem Bezug sind alle willkommen und werden zugelassen.

Natürlich kann es immer sein, dass ein Unternehmen derart landsverfochten („freiheitlich“) ist, dass man Kundendaten – von denen man als Firma ja abhängig ist – dennoch verkauft oder weiterreicht. In Zeiten, wo Gruppierungen wie Anonymous massiv an Zuwachs gewinnen, halte ich es aber für paranoid, an solche Zustände grundsätzlich zu glauben. Also nicht bevor ein echter und nachvollziehbarer Nachweis erbracht wurde. Unabhängig, von woher ein Unternehmen stammt. Denn Vertrauen ist das Grundprinzip – speziell bei Virenschutzanwendungen wie Kaspersky – und dahingehend wäre es von der logischen Reichweite absolut sinnbefreit, wenn ein solches Unternehmen Viren breitflächig durchlassen oder verteilen würde.

Der Vertrauensverlust wäre demnach so enorm, dass diesem Anbieter kein einziger Käufer mehr etwas abkaufen würde, also wenigstens Kunden die das Geschehen aktiv nachverfolgen können.

Realistisch betrachtet

Also seien wir mal realistisch: Ein Unternehmen, auch wenn es in Russland seinen Hauptstandort hat, kann man nicht grundsätzlich vorwerfen, nun landesspezifisch alle relevanten und georteten Daten dem entsprechenden Land zukommen zu lassen. Das wäre massivst geschäftsschädigend.

Daher kann ich nur mutmaßen, – aber nicht sicher wissen, natürlich – dass auch Kasperksy seine Kunden anonym und sicher weiterhin so behandeln wird. Es wäre mehr als betrieblich schwachsinnig, anders zu handeln.

Ich wäre stolz, wenn mehr Leute aus Westeuropa diese Meinung haben würden. Aus dem einfachen Grund, dass wir seit etwa 2010 eine Gesellschaft ins Leben gerufen haben, die grundsätzlich – und auch ohne Begründung – alles in Frage stellen, unabhängig der Glaubwürdigkeit der entsprechenden Quellen.

Ergo

Und wer meint, dass Kaspersky und andere IT-Betriebe der russischen Föderation nur schlecht sind, der (oder die, wer auf Gendering wert legt) sollte mal prüfen, was amerikanische Studios wie AVG an Daten sammeln und über uns speichern. Das ist auch nicht besser. Aber da regen wir uns im Moment auch nicht auf, weil kein aktutes Problem besteht.

Daher würde ich jedem raten einmal in sich zu gehen und über den Tellerrand zu schauen. Denn Vieles, was man so liest, muss nicht wahr sein. Aber ein wahrer Kern ist in nahezu jedem Beitrag enthalten. Außer Du liest die deutsche Bildzeitung.

Abschluss

In diesem Sinne wünsche ich eine ruhige Osterzeit und dass sich die Ukraine gegen einen übermächtigen Feind weiterhin behaupten kann, wenn auch die restliche West nur zuschaut.

Abschluss und Kommentare

Die wichtigsten Punkte sollte ich in meinem Guide genannt haben. Sollte ich dennoch etwas vergessen oder etwas unklar sein, kannst Du mir gerne ein Kommentar hinterlassen.

Ich versuche Deine Anfrage schnellstmöglich zu beantworten. Alternativ stehe ich auch über meine Rufnummer, per Signal oder E-Mail zur Verfügung.

Über den Autor

Michael Ebenhofer betreibt seit 2011 seine Einpersonunternehmung Computersystems for you e.U. mit Sitz in Mauthausen und Anfahrtsweite bis zu 40km. Als Selfmade-IT-Allrounder betreut er primär Privatkunden, aber auch einige Kleinbetriebe mit bis zu 5 Arbeitsplätzen. Seit 2020 tritt er als Dozent bei der Schulungsplattform Udemy im Bereich der Softwareschulung auf.

Beitrag: Virenschutzprogramme aus Russland sicher?

Nach einigen Monaten biete ich mal wieder einen neuen Beitrag an. Nach Russlands Angriffskrieg in der Ukraine häufen sich Anfragen, ob denn der Virschutz des russischen Studios „Kaspersky“ weiterhin sicher sei. Nähere Informationen zu diesem Thema – oder besser: meine persönliche Meinung – findest Du in diesem Beitrag.

Schlagwörter zum Thema:

Microsoft Windows 7 | Microsoft Windows 8/8.1 | Microsoft Windows 10 | Microsoft Windows 11 | Viren | Virus

Über den Autor:

Michael Ebenhofer betreibt seit 2011 seine Einpersonunternehmung Computersystems for you e.U. mit Sitz in Mauthausen und Anfahrtsweite bis zu 40km. Als Selfmade-IT-Allrounder betreut er primär Privatkunden, aber auch einige Kleinbetriebe mit bis zu 5 Arbeitsplätzen. Seit 2020 tritt er als Dozent bei der Schulungsplattform Udemy im Bereich der Softwareschulung auf.

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